Krieg

Ein Themenschwerpunkt

Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine steht das Thema Krieg wiederum in Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Warum kommt es immer wieder zu Kriegen? Wie sollte man diesen begegnen? Wie kann man sich am besten davor schützen? Und wie lässt sich Frieden dauerhaft erreichen?

Solche Fragen werden nicht nur in der gegenwärtigen öffentlichen Debatte rege diskutiert, sondern sind seit geraumer Zeit Gegenstand philosophischer Überlegungen. Diese reichen von der Vorstellung, dass nur der Staat die Menschen vor einem Krieg beschützen kann, bis hin zu Behauptungen, dass es gerade erst der moderne Staat ist, welcher Gewalt und Kriege in einem nie dagewesenen Umfang hervorbringen kann.

Konfrontiert mit den Gräueln des Krieges sehen gewisse Philosoph*innen den einzigen Ausweg in einem radikalen Pazifismus: Es gibt nie einen Krieg, der sich in irgend einer Form rechtfertigen lässt. Es gibt aber auch Philosoph*innen, die das anderes sehen. Vor dem Hintergrund, dass fast alle menschlichen Gesellschaften eine Form der bewaffneten Auseinandersetzung kennen, stehen sie einem absoluten Pazifismus, wenn er vielleicht auch wünschenswert ist, skeptisch gegenüber. Falls Gewalt und Krieg immer vorhanden sein werden, müssen die Bedingungen herausgearbeitet werden, unter welchen ein gerechter Krieg und einer mit möglichst wenigen Grausamkeiten stattfinden kann.

Neben klassischen Formen des Krieges – Staaten mit ihren Armeen auf offenem Schlachtfeld – bringen neue Taktiken und Technologien alternative Formen des Krieges hervor, an welche sich die philosophische Reflexion anpassen muss. Dies betrifft etwa die sogenannte asymmetrische Kriegsführung, wie sie in der Bekämpfung terroristischer Organisationen oftmals vorkommt. Oder aber es muss im Rahmen von Theorien über den gerechten Krieg abgewägt werden, wie mit dem Einsatz vollautomatischer Waffensysteme umgegangen werden soll.

Zu guter Letzt sollten nicht nur die Kriegshandlungen selbst, und wie diese verhindert werden, Gegenstand der philosophischen Analyse sein, sondern auch der Wiederaufbau zerstörter Gesellschaften muss referiert werden. Wie ist es möglich zu verhindern, dass vergangene Gräueltaten wieder geschehen? Wie können Gewaltpotenziale, die meist noch lang nach Ende der offiziellen Kriegshandlung vorhanden sind, entschärft werden? Und wie können entzweite Gesellschaften wieder nachhaltig zusammengeführt werden?

 

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