Philosophie der/und Diskriminierung

Philosophie der Diskriminierung, Diskriminierung in der Philosophie

Wer wird, von wem, wie und warum in unserer Gesellschaft diskriminiert, ausgegrenzt, disrespektiert oder klein gemacht? Wie funktionieren Diskriminierungsmechanismen, wie werden sie gesteuert, wie replizieren sie sich? Worin besteht der Unwert der Diskriminierung, wie lässt sich dagegen ankommen, wie könnten wir es schaffen, sie zu überwinden? Dies sind philosophisch interessante und gesellschaftlich wichtige Fragen, über die wir uns in überlegter, kontroverser, diverser und diskriminierungsfreier Auseinandersetzung Gedanken machen sollten.

Nicht nur in der Gesellschaft im allgemeinen, sondern auch in der Philosophie werden Diskriminierungsvorwürfe erhoben. Wie jede andere Wissenschaftsdisziplin, Menschengruppe, Institution und Berufsgattung muss sich die Philosophie darum kümmern; zu hoffen wäre, dass sie dies - aus dem Grund, dass es nicht nur Diskrimierung in der Philosophie, sondern auch eine Philosophie der Diskriminierung gibt, auf einigermassen reflektierte und auf sachlich argumentative, nicht polemische Weise tut. 

Editorische Vorbemerkung: unser Portal setzt die Meinungsäusserungsfreiheit über alles und veröffentlicht Beiträge jeder Couleur, solange sie argumentativ, fundiert und interessant sind. Wir haben zwar eine "Netiquette", einen Standard sprachlichen Ausdrucks, aber machen die Befolgung dieser Ratschläge nicht zu einer Bedingung der Publikation.

Zunächst finden Sie hier eine Dokumentation der Geschichte des (absurden) Vorwurfs, unser Philosophieportal selbst betreibe "Cancel Culture". Wir hoffen, in Zukunft weitere Beiträge, auch über ganz andere Aspekte der Diskussion, hier ankündigen zu können.


 

Cancel Culture?

Der Vorwurf, das Philosophieportal philosophie.ch betreibe "Cancel Culture", wurde erstmals in der Sonntagszeitung vom 3.4.22 von Bettina Weber erhoben: das Portal habe die Einladung der Philosophin Carola Meier-Seethaler zur Mitarbeit an der Ausstellung "philoSOPHIA" "gecancelt", weil sie "ein falsches Wort brauchte", womit "biologisch" in "biologisches Geschlecht" gemeint war. 

Am 6.4.22 doppelt Regula Stämpfli im "Klein Report" nach (und informiert gleich auch noch unser Patronatskomitee): Carola Meier-Seethaler sei zur "Persona non grata" geworden.

Der Geschäftsführer des Vereins Philipp Blum veröffentlichte darauf auf dem Portal eine persönliche Stellungsnahme und den ursprünglichen (ungekürzten) Text von Frau Meier-Seethaler, "Frauen in der Philosophie". 

In der Ausgabe der Gratiszeitung "20 Minuten" vom 22.4. wird die "Ausladung" von Frau Carola Meier-Seethaler damit begründet, diese habe darauf bestanden, "Geschlecht in erster Linie biologisch zu definieren" (?). 

Am 27.4. erscheint ein weiterer Bericht in der feministischen Zeitschrift Emma: die Philosophin sei hinausgekegelt worden, weil sie es gewagt habe, von der Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres biologischen Geschlechts zu sprechen.

In einem am 1. Mai in der Sonntagszeitung veröffentlichten aber einiges früher geführtem Interview behauptet Philipp Blum, das Portal betreibe nicht nur keine "Cancel Culture", sondern sei das Gegenteil davon: "Wir würden einen Aufsatz von Putin zu Menschenrechten publizieren." (Und ebenfalls würde er ihn von einer Konferenz zu den Menschenrechten wieder ausladen...). 

Am 7. Mai doppelte der Klein Report nach, wobei allerdings nicht ganz klar ist, wer den Artikel geschrieben hat. 

Am 9. Mai veröffentlichten Tanja Liebschwager und das philExpo22 Team eine Stellungsnahme auf der Webseite der Veranstaltungsreihe und auf den Seiten von SW*IP.