Philosophie der Ökonomie

Ein Themenschwerpunkt

Die Ökonomie als Wissenschaft

Die Ökonomie oder Wirtschaftswissenschaft befasst sich mit allen Facetten von Wirtschaftssystemen. Grob gesagt kann sie in zwei Teilgebiete eingeteilt werden: Die Makro- und die Mikroökonomie,

Auf der Makroebene setzt sich die Ökonomie mit gesamtwirtschaftlichen Phänomenen auseinander.  Sie fragt beispielsweise danach, wie und warum Arbeitslosigkeit entsteht oder Inflation auftritt. Zudem überlegt sie, welche Rolle verschiedene Akteure einnehmen: Wie kann beispielsweise eine Nationalbank den Zinssatz oder die Geldmenge beeinflussen, wenn überhaupt? Weiter beschäftigt sich die Makroökonomie mit der Rolle des Staates in diesem Gebilde. Dabei geht es um Themen wie Steuersysteme, Umweltpolitik oder Umverteilung.

Auf der Mikroebene befasst sich die Ökonomie mit einzelnen Agenten, zum Beispiel mit dem Verhalten von (menschlichen) Individuen. Wie lassen sich ökonomische Entscheidungen dieser Individuen verstehen? In diesem Zusammenhang werden Präferenzen, Anreize und Nutzenkonzepte relevant. Oftmals wird von dieser Mikroebene mittels Aggregation versucht, makroökonomische Phänomene zu erklären.

Um diese und andere Fragen zu beantworten geht die Ökonomie meist empirisch vor und stützt sich auf Modelle, die wiederum auf verschiedenen Prämissen beruhen.

Warum eine Philosophie der Ökonomie?

Ökonomische Theorien versuchen nicht lediglich, ein wirtschaftliches System zu beschreiben, sondern dienen auch als Entscheidungsgrundlage für politische Akteure. Verschiedene ökonomische Modelle machen beispielsweise unterschiedliche Aussagen darüber, was bei der Einführung eines Mindestlohns passieren wird. Sie haben grosse Auswirkungen auf unser Zusammenleben. Deshalb ist es relevant, sich den philosophischen Fragestellungen zu widmen, die in diesem Zusammenhang auftreten können.

Was macht die Philosophie der Ökonomie?

Oftmals stehen substantielle philosophische Thesen hinter ökonomischen Modellen. Die Philosophie der Ökonomie fragt nach den normativen Voraussetzungen dieser Modelle. Sie untersucht, wie wir von einer deskriptiven Erklärung ökonomischer Zusammenhänge zu normativen wirtschaftspolitischen Gestaltungen kommen oder welche Konzepte von Gerechtigkeit unterschiedlichen Modellen der Umverteilung zugrundeliegen. Weiter beschäftigt sich die Philosophie der Ökonomie mit der Ontologie und Epistemologie von ökonomischen Phänomenen: Was ist Geld, Arbeit, Wert? Und wie können wir etwas darüber wissen?

Dabei berührt sie verschiedene philosophische Teilgebiete wie Ethik, Handlungstheorie, politische Philosophie oder Wissenschaftstheorie. Dieser Themenschwerpunkt soll einen Einblick in verschiedene ökonomisch-philosophische Fragestellungen bieten.

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Verantwortlich für diese Seite ist Rafaela Schinner. Sie studiert Philosophie und Ökonomie im Master an der Universität Wien.

 

 

 

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