Reflexionspüree

Ist Gerechtigkeit gerechter, wenn sie massvoll ist? Oder wenn sie unnachgiebig ist?

Du wirst dir die Antworten selbst geben, basierend auf deinem kognitiven Prozess. Antworten, die weder richtig noch falsch sind, sondern die möglich sind.

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    Vorwort   

    Jedes Mal, wenn uns Unrecht widerfährt oder wir vermuten, dass uns Unrecht widerfährt, sagen wir, dass es nicht fair ist!     

    Ja, aber was ist gerecht und was nicht?    

    Was meine ich damit – ist etwas richtig, weil es meiner Vorteilhaftigkeit nahekommt oder weil es mit bestimmten ethischen Kanons kompatibel ist? Ich sage nicht, dass ersteres nicht vernünftigerweise richtig ist, aber es ist so, dass es (manchmal) mit dem ethisch Richtigen kollidiert.   

    Im Laufe der Jahre durchlaufen wir alle eine Veränderung des Gerechtigkeitsbegriffs, die für manche nicht vom Alter abhängt, und es kommt immer mehr Wissen über den Gerechtigkeitsbegriff hinzu – individuelle Entwicklung – in der Praxis gibt es, meiner Meinung nach, drei Intervalle: Gesellschaft-Familie, Gesellschaft-Schule und Gesellschaft-Arbeit - natürlich geht das, was ich konzeptionell darstelle, von einem Idealzustand aus:    

    • Unabhängig von der Art der Erziehung, die wir in der Familie erfahren, bekommen wir auch einen Sinn für Gerechtigkeit. Manchmal ein enges oder subjektives Gerechtigkeitsempfinden, aber das bedeutet nicht falsch!  
    • Mit dem Eintritt in die Schulgesellschaft beginnt man, den Begriff der Gerechtigkeit wahrzunehmen, sich mit anderen Menschen zu vergleichen, auch wenn sie nicht zur eigenen Familie gehören, sie haben die Chancengerechtigkeit wie Individuen, und man beginnt zu verstehen, dass Gerechtigkeit nicht (nur) eine private (Familien) Angelegenheit ist. Die Schule bietet uns die Grundlage, sie anzuwenden und Dinge zu teilen.   
    • Mit der Arbeitsgesellschaft «schliessen» wir den Lernzyklus – und hier stellen wir fest, dass die Dinge (der Gerechtigkeitssinn), die in der Familie gelernt und in der Schule verfeinert bzw. entwickelt wurden, nicht immer übereinstimmen – wir stehen vor dem Dilemma, unseren Weg fortzusetzen oder von der Kausalität überwältigt zu werden.     

    Wenn es wahr ist, dass wir Westler uns jahrhundertelang als «Paladine der Gerechtigkeit und der Freiheit» verstanden haben, haben wir es mit der «Förderung der Religion» begonnen – der Begriff der Freiheit wird an anderer Stelle behandelt werden – dann ist es auch wahr, dass wir manchmal im Übereifer sündigen  

    Es stellt sich die Frage, ob wir dieser Verantwortung wirklich gewachsen sind. Und vor allem: Sind wir in der Lage, das Subjektive vom Objektiven zu trennen?  

    Ich bin davon überzeugt, dass unser Gesellschaftsmodell dasjenige ist, das mit unserer menschlichen Natur am besten vereinbar ist, aber sicher nicht das absolut Beste – auch bei uns gibt es Lücken – der Rest ist reine Propaganda (minchiata)!     

       

    Die Masken und der sozialen Distanzierung      

    Es würde scheinen, dass man sich in den kommenden Jahren – 2020 (nicht nur das, sondern auch ein Teil von 2021!) an das Jahr «Der Masken und der sozialen Distanzierung» – eine Form des «Prohibitionismus des 21. Jahrhunderts», aber in grösserem Massstab, erinnern wird, als an das Jahr des Coronavirus (COVID-19)! Und ja, ... das liegt daran, dass (wir) die Menschen, die Wirkung der Dinge im Auge und nicht die Ursache haben (darum kommen einige Politiker und andere immer gut davon).         

    Könnte es eine gewisse Form der «geistigen Faulheit» sein?       

    Boh! ¹ ...      

    In der Natur gibt es das strenge Gesetz Ursache-Wirkung, bei uns – Menschen – ist es «Wirkung-(vielleicht) Ursache» – wir sind flexibler!        

    Nicht alles, was scheint – ist so!         

    Ich erinnere mich an eine mythische Phrase des Films «Der Leopard», aus dem Homonym Roman. Sie sagt: «Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist – dann ist es nötig, dass sich alles verändert!»         

    Wirkung-Ursache und nicht Ursache-Wirkung!         

    Es ist einfacher, sich an ein Ereignis zu erinnern, welches zum Schluss stattgefunden hat. Als wie – wer oder was es ausgelöst hat, eine gewisse Form «der mentalen Energieerhaltung», [...].      

    Nun! ... Kommen wir zu dem anderen Thema!         

    • Was ist für dich fair oder im weiteren Sinne Gerechtigkeit
    • Verwendest du die gleichen «Werkzeuge», um dich selbst und andere zu beurteilen? 
    • Glaubst du an eine absolute oder eine relative Gerechtigkeit (rein humanistische Frage)?     

    Was ich dazu sagen will, ... fair ist richtig – weil es für dich richtig ist – oder weil dein « Rudel» sagt, dass es richtig ist – oder muss es eine höhere «Instanz» sein? Denn wenn es nicht eine höhere Instanz ist, ... habe ich eine andere Definition: «Persönliche-Begünstigung» oder «Rudel-Begünstigung»!       

    Eine mögliche, aber nicht unbedingte einzige Definition könnte lauten: « Gerecht zu sein, ist – ein Element der Balance zwischen Altruismus und Egoismus», wenn wir pragmatisch bleiben wollen.        

    Ich lasse dich allein mit den letzten beiden Fragen!         

    • Ist es besser – sich zu erinnern oder zu verstehen?    
    • Wenn es für mich fair ist – wie und wann ist es für dich fair?       

    PS. Ein besonderer Dank geht an das gesamte medizinische Team, an alle – vom Fahrer bis zum Arzt - die an vorderster Front arbeiten – Danke!   

       

    Der Gerechtigkeitssinn        

    Das folgende Konzept ist bereits angesprochen worden. Aber dieses Mal beruht der Denkanstoss auf einem realen Ereignis. Vor einigen Tagen las ich in 20 Minuten einen Artikel über das Urteil des Basler AppellationsgerichtsEs handelte sich um eine Strafmilderung wegen einer VergewaltigungDies führte zu Demonstrationen gegen das Gerichtsurteil – ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass dies nicht gerechtfertigt ist!      

    Aber es ist nicht meine Domäne und natürlich gehe ich nicht auf den Fall ein!   

    Auf meine Weise möchte ich den Schein übergehen, um über den Begriff der Gerechtigkeit zu spekulieren. Was ist für dich die Gerechtigkeit?     

    Im Laufe der Jahrhunderte haben alle «heiligen Monster»² über einen Begriff der Gerechtigkeit spekuliert. Ein Konzept, das sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat.       

    Ja, aber was ist die Gerechtigkeit?     

    Die Gerechtigkeit hat die folgenden Synonyme: Gleichheit, Objektivität, Ausgeglichenheit, Redlichkeit usw. ...       

    Ja, aber was ist die Gerechtigkeit?     

    Im Laufe der Jahrhunderte hat sich gezeigt, dass die Gerechtigkeit besser anwendbar werden musste, um gerechter zu sein. Heutzutage haben wir «verschiedene Arten von Gerechtigkeit»:       

    • Egalitäre Gerechtigkeit  
    • Soziale Gerechtigkeit  
    • Leistungsgerechtigkeit  
    • Ökologische Gerechtigkeit 
    • Generationengerechtigkeit 
    • Vertragsgerechtigkeit 
    • Verfahrensgerechtigkeit  
    • Etc.       

    Ja, aber was ist die Gerechtigkeit?     

    Ja, auf den ersten Blick würde es tatsächlich so aussehen, als ob es verschiedene Arten der Gerechtigkeit gäbe. Ich wage zu sagen «eine echte Grundstücksteilung der Gerechtigkeit!»      

    Ja aber ist das wirklich so?       

    Meiner Meinung nach birgt es die Gefahr, dass nur ein «Teil» der Gerechtigkeit um jeden Preis verteidigt wird, unter Verwendung der Redewendung – unabhängig davon, dass ...  Mit anderen Worten – man versucht, ein erworbenes Recht zu verteidigen und nicht Gerechtigkeit auszuüben!      

    Ja, aber was ist die Gerechtigkeit?    

    Und ja, manchmal liegen die besten Erklärungen in einfachen Worten. Man sollte einen roten Faden finden, der alle diese « Arten der Gerechtigkeit» mit der Gerechtigkeit verbindet.       

    Und was, wenn nicht die Wahrheit, die per Definition der Objektivität entspricht, die fehlende Komponente ist, um die Gerechtigkeit zu finden. Die Gerechtigkeit ist also in erster Linie die Suche nach der Wahrheit und erst dann wird sie angewendet.       

    Wir leben «glücklicherweise» in einem Rechtsstaat – wenn das der Fall wäre (Machtmissbrauch) würde es also eine Gerechtigkeit in der Gerechtigkeit geben.   

       

    Ist ein Tierleben genauso viel wert wie ein Menschenleben?       

    Es ist nicht so, dass ich die Frage umgehen will (eine Spezialität der Politiker/-innen und nicht nur!), sondern ich möchte eine deduktive Vorgehensweise bringen.    

    Wie viel Wert hat für dich das Leben? Was sagst du über die Definition: «Das Leben und der Tod ist ein untrennbarer Doppelbegriff.» Wir gehen davon aus, dass der Tod für alle gleich ist, aber ist es das Leben ebenfalls?    

    Es gibt einige «hypothetische Hypothesen».       

    Erste Hypothese:  

    Dazu gehören die Leute, die strukturell denken, demnach gibt es Menschen, die ein Lebensrecht haben und Menschen, die leben dürfen, mit einer Hierarchie Form.     

    Zweite Hypothese:   

    Ich erinnere mich vage – an eine Redewendung (weiss nicht von wem), die ungefähr so lautete: «Wenn du dein eigenes Leben schätzen kannst, wirst du auch in der Lage sein, das Leben anderer zu respektieren.»      

    Dritte Hypothese:  

    Oder einfach, dass wir alle (Lebewesen) Miteigentümer /-innen von derselben Hausgemeinschaft sind, die die Erde heisst!        

    Wenn die erste Hypothese wahr wäre, dann hätten die anderen zwei kein Recht zu existieren. Denn für diese Kategorie der Individuen gibt es keinen Grund, angesichts ihres mentalen Schemas, für die anderen Zwei zu existieren      

    Mit der Zweiten sind wir auf einer höheren «Stufe», die sie sich für die Dritte einsetzt, aber die Erste kann sie nicht apriorisch ausschliessen.      

    Die Dritte ist harmonischer und respektvoller als die anderen, wo die Zweite einen Teil sich selbst ist und die Erste nicht zur Mentalität gehört.       

    Und jetzt die Frage, die ich mir stelle – es geht nicht darum, ob eine mehr richtig als die andere ist, sondern welche von diesen harmonischer für mein Habitat ist? Wir kommen zur der Hauptfrage zurück!   

    Ist ein Tierleben genauso viel wert wie ein Menschenleben?      

    Nach meiner Meinung – kann man es und darf es auch nicht nur mit Schwarz oder Weiss beantworten. Auf eine einfache Frage folgt nicht unbedingt eine einfache Antwort! Auf der Basis sollte man für alle Lebewesen Respekt haben, aber alles hängt vom Kontext und Habitat ab, in denen man lebt. Das mentale Schema des Individuums spielt eine grosse Rolle und auch die Gesellschaft, in der man lebt.     

    Aber es ist klar, dass man mehr für die dritte Hypothese sensibilisieren sollte. Metaphorisch gesprochen, wir (Lebewesen) sind wie ein riesiges «Lego-Bauwerk», wenn ein Stück / mehrere Stücke beschädigt sind, ist das ganze Bauwerk in Gefahr!      

       

    Fazit   

    Wie üblich habe ich mehrere Reflexionen zusammengestellt, die zu verschiedenen Zeiten geschrieben wurden. Ziel ist (wäre) es, einen allumfassenden Sinn für Gerechtigkeit zu vermitteln.  

    Da man nicht von Gerechtigkeit sprechen kann, aus meiner Sicht, wenn man keinen nahezu absoluten Begriff von Gerechtigkeit hat, sind meine Reflexionen natürlich rein humanistischer Natur und alle meine Überlegungen werden der gleichen Linie folgen. Ein Individuum, wenn es in «Symbiose mit der Gerechtigkeit» leben will, muss aus seinen subjektiven Schemata heraustreten. Regeln sind für das Zusammenleben in der Gesellschaft nötig, auch wenn sie nicht immer für jeden gerecht sind. Wir empfinden manche Regeln als ungerecht, aber dank kognitiver Flexibilität, ethischer Werte, Respekt und Einfühlungsvermögen verstehen wir jedoch, wie wichtig sie sind, sich an diese Rechts- und Verhaltensrahmen zu halten.  

    Um ein respektvolles Miteinander zu gewährleisten, sind soziale Leitlinien notwendig.     

    Seien wir ehrlich – «ich» als Person kann entweder ein Betrüger sein oder betrogen werden. Wenn wir es mit einer mathematischen Formel ausdrücken wollen, können wir sagen, dass der Gerechtigkeitssinn direkt proportional zum Gemeinschaftssinn und umgekehrt proportional zur Subjektivität ist, aber um es glaubwürdiger zu machen, würde ich eine anthropologische Konstante als Multiplikator hinzufügen.  

        

    Ciao und vor allem ein gutes Off-Road mit low-cost Reflexionen.   

         

     


    ¹ Eine verkürzte Form auf Italienisch, um zu sagen: Ich weiss es nicht oder Keine Ahnung – richtig, um beim Thema zu bleiben.  

    ² Hier verweise ich auf alle Philosophen ohne Ausnahme - eine Form von Synekdoche.