Zweiter Kommentar zu "Roboter mit freiem Willen"

Simone Gretler Heussers Input zum Gedankenexperiment "Roboter mit freiem Willen", welches am 23. Februar im Alpinen Museum der Schweiz mit Kindern und Erwachsenen diskutiert wird.

Ist es möglich, einen Roboter mit freiem Willen zu konstruieren?

Ein Roboter sieht zwei Autos nach einem Zusammenstoß in einen Fluss stürzen und überlegt, welchen der noch lebenden Insassen er zuerst retten sollte – das Mädchen oder den erwachsenen Mann. Im Film „I, Robot“ entscheidet sich der Roboter nach einer Analyse der Überlebenschancen für den Mann.

Diese Entscheidungsmethode ist programmiert und nicht frei. Doch in der Natur gibt es auch Zufall. Als stochastisch beschreiben Physiker die Prozesse, die wahrscheinlich, aber nicht zwangsläufig sind. So kann ein radioaktives Atom zerfallen und Strahlung aussenden, doch es kann damit auch warten. Physiker können nur ermitteln, wie schnell die radioaktiven Atome im Durchschnitt zerfallen. Diesen Zufall könnte man sich zu  Nutze machen und einen Roboter bauen, der zufällig Erinnerungen kombiniert. 

Der Roboter hätte dann auch anders handeln können. Der Roboter hätte auch in seinem Datenspeicher kramen können. Allerhand Bilder wären dann aufgetaucht und die meisten hätten ihm nicht weitergeholfen. Vielleicht aber hätte er sich an das Spielzeugauto erinnert, das er vor Jahren für ein Kind aus dem Fluss geholt hat und wofür er von den Eltern gelobt wurde. Dann könnte er auf die Idee kommen, dass er für die Rettung des Kindes mehr Lob erhalten würde, obwohl er darauf nicht programmiert ist. (Text von Alexander Mäder)

 

Aus meiner Sicht ist die interessantere Frage: soll man oder will man oder muss man einen Roboter mit freiem Willen bauen?

Denn technologisch ist fast alles möglich, und was heute noch nicht klappt, geht morgen selbstverständlich. So genannte künstliche Intelligenz kann heute etwas besser als Menschen: sie kann ganz schnell ganz viele Daten «checken». Das ist z.B. beim Vergleich von Röntgenbildern mit eventuellen Tumoren hilfreich.

Beim Beispiel mit dem in den Fluss gefallenen Auto hilft die Menge jedoch nicht weiter. Hier geht es um eine ethische Frage. In den bisherigen Entwicklungen der Robotik hinkt die ethische Reife den technologischen Möglichkeiten hinterher, und das ist fatal. Die ethischen Fragen sollten zuerst, nicht zuletzt gefragt werden. Denn Roboter sollen uns Menschen helfen und nützen.

Das Beispiel mit dem Auto, welches in einen Fluss fällt, zeigt dies gut. Warum sollte man nicht das Auto aus dem Fluss holen können und damit beide Menschen darin retten?