Blogbeitrag von Anja Leser

Tatort Philosophie

Im Kern ist auch die Frage „Woher kommt das Böse?“ – ebenso wie die Suche nach der Wahrheit – explizit eine philosophische Angelegenheit.

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Die Fernsehserie „Tatort“ ist vielen Leuten ein Begriff und auch Philosophinnen und Philosophen sitzen am Sonntagabend gerne vor dem häuslichen Fernseher und gucken einen Krimi. Deshalb ist der „Tatort“ aber nicht philosophisch, wohl aber findet man in den einzelnen Ausgaben diverse philosophische Aspekte. So fragt sich, wie viel Mitleid man mit den Tätern hat, welche Kreativität der Ermittler aufbringen muss, um den Fall zu lösen, oder welche Ästhetik dem Morden entspringt.

Im Kern ist auch die Frage „Woher kommt das Böse?“ – ebenso wie die Suche nach der Wahrheit – explizit eine philosophische Angelegenheit.

Wolfram Eilenberger schrieb hierzu: „Tatsächlich hat sich der Tatort, das mit Abstand erfolgreichste Krimiformat des deutschsprachigen Fernsehens, im Verlauf der letzten 40 Jahre als gesellschaftsdeckendes Reinigungs- und auch Reflexionsritual etabliert. Es geht dabei ja durchaus nicht nur um Fragen nach Täter oder Tod, sondern, grundlegender noch, um die zentralen Begriffe unseres Zusammenlebens: Schuld, Verantwortung, Gerechtigkeit, Freiheit, Vergebung. Begriffe und damit verbundene Probleme, die auch den Kern der Philosophie als Tugend des Denkens bilden.“ (1)

Der Blog “Philosophie im Alltag” wendet sich zwischen Januar und Juni 2015 der ganzen Breite an philosophischen Fragen und deren Relevanz für den Alltag zu. So werden beispielsweise Themen diskutiert, wie

  • Wut
  • die unterschiedlichen Formen des Vergessens
  • Vorwürfe
  • die Menschliche Schönheit
  • die Verantwortung der Familie am Ende eines Lebens
  • die Grenzen der Kunst
  • Vertrauen und persönliche Beziehungen

Wer mehr über die philosophischen Aspekte des „Tatorts“ wissen möchte, muss sich noch bis Ende März gedulden: Dann erscheint das kostenlose philosophische Themendossier, welches unter anderem die philosophische „Verbrecherjagd“ beleuchtet.

Auch zum Vormerken: Am 23. Mai 2015 treffen sich in Bern Barbara Bleisch, Detlef Berentzen und Barbara Schmitz, um mit Ihnen direkt und persönlich Ihre alltäglichen philosophischen Fragen zu diskutieren! Bleiben Sie auf dem Laufenden per E-Mail auf events(at)philosophie.ch

Kommen Sie mit auf die philosophische Spurensuche durch den Alltag!

Am 03. Januar geht es los mit der Frage “Was kann und darf Kunst?”

 

 Quellen:

  1. Wolfram Eilenberger, Der Tatort und die Philosophie, Hrsg. W. Eilenberger, ISBN: 978-3-608-50327-2, Tropen Verlag, Stuttgart 2014, S. 11

 

Über die Autorin

Beitrag von Anja Leser, Geschäftsführerin Philosophie.ch