Ein Beitrag von Journal21.ch

Glauben und Wissen

In einem monumentalen Alterswerk hat Jürgen Habermas die Genealogie des Verhältnisses von Glauben und Wissen erforscht. Die geistige Entwicklung des Okzidents spiegelt sich darin. 

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«Auch eine Geschichte der Philosophie», so der Titel des jüngsten zweibändigen Werks von Jürgen Habermas. 2019 hat er es als Neunzigjähriger nach zehnjähriger Arbeit vorgelegt. Sie gilt dem Verhältnis zwischen Religion und Philosophie. Besonders beschäftigt ihn die Frage, wie Religion die Wahrnehmungs-, Artikulations- und Wirkungsmöglichkeiten der Vernunft erweitert – und was an die Stelle der Religion tritt, wenn diese wegfällt.

Philosophie ist hervorgegangen aus dem Formen und Zerbrechen religiös-metaphysischer Weltbilder. Da in letzteren sowohl Glaubens- wie Wissensinhalte stecken, bearbeitet Philosophie deren gegenseitiges Verhältnis; dies gilt auch noch da, wo das Philosophieren explizit vom Glauben Abschied genommen hat. Wo immer das Denken sich mit dem Sollen befasst, sind säkularisierte Gehalte biblischen Ursprungs mit im Spiel. 

Exemplarisch zeigt sich dies am historischen Höhepunkt der Praktischen Philosophie, bei Kants Kernthema der Verbindung von Vernunft und Freiheit. Philosophisches Nachdenken über gutes Leben und rechtes Tun kann daher bis heute nicht absehen von Erträgen des Diskurses über Glauben und Wissen.

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