Diskutieren Sie mit im Café Kairo!

Im Café Kairo in Bern wird auch im Jahr 2019 von Januar bis April jeweils am ersten Montag im Monat ab 20 Uhr fleissig philosophiert und diskutiert. Melden Sie sich jetzt an!

Am 07. Januar 2019 diskutieren wir mit Cyrill Mamin
über Intuition und Erkenntnis

Oft sprechen wir davon, dass wir etwas ,intuitiv’ entschieden haben oder ,die richtige Intuition’ hatten. Die Intuition spielt im Alltag eine grosse Rolle, aber auch in der Philosophie. Für viele Philosoph*innen bezeichnet ,Intuition’ nicht nur einen unmittelbar auftretenden Gedanken, sondern auch eine mit Gewissheit verbundene Einsicht. Doch kommen Zweifel auf, ob wir unserer Intuition trauen dürfen, auch aufgrund neuerer psychologischer Forschung. So stellen sich die Fragen: Gibt uns die Intuition gute Gründe? Können wir sagen, wir wissen etwas, weil wir die entsprechende Intuition haben? Dürfen wir gar die Intuition als wissenschaftliche oder philosophische Methode einsetzen?

Nach einer Einführung in das Thema anhand philosophisch-psychologischer Grundlagen werden wir zunächst weiter diskutieren, was Intuition ist. Hierbei reflektieren wir unsere Erfahrungen und Verständnisse der Intuition. Anschliessend wenden wir uns der Frage der intuitiven Erkenntnis zu und können Zusammenhänge zwischen Intuition, Imagination, Wahrnehmung und Wissen entdecken. Intuition: Bauchgefühl oder Verstandessache? Entscheiden Sie selbst und denken Sie mit!

Cyrill Mamin

Am 04. Februar 2019 philosophieren wir mit Prof. Markus Stepanians
über die Paradoxien staatlicher Autonomie: Zwischen absoluter Freiheit und absoluter Tyrannei

Der Begriff der politischen Autonomie oder Souveränität ist derzeit ein zentraler Kampfbegriff zahlreicher politischer Debatten. In der Schweiz hat jüngst Bundesrat Ueli Maurer in einer Rede mit dem Titel Was heisst eigentlich Souveränität? diese Frage so beantwortet: «Souveränität heisst einfach Unabhängigkeit vom Einfluss anderer Staaten. So steht es im Duden. Wir können auch sagen, Souveränität heisst einfach Selbstbestimmung im Gegensatz zu Fremdbestimmung.» Tatsächlich ist dies jedoch nur die zweite im Duden genannte Definition. An erster Stelle nennt der Duden «Souveränität» im Sinne der «höchsten Gewalt, Oberhoheit des Staates» über seine Mitglieder. So verstanden ist die absolute Souveränität eines Staates das Gegenteil von Freiheit, nämlich uneingeschränkte Gewalt und bedingungslose Herrschaft über seine Bürger.

Sind diese zwei Grundbedeutungen von Souveränität miteinander vereinbar? Hier lauert ein Paradox: Absolute Freiheit und Unabhängigkeit gegenüber aller Autorität nach aussen scheint gleichbedeutend mit absoluter Tyrannei gegenüber dem Bürger nach innen. Oder besteht dieses Paradox vielleicht nur zum Schein? Darüber wollen wir gemeinsam diskutieren.

Prof. Dr. M. Stepanians

Am 04. März 2019 sprechen wir mit Prof. Martino Mona
über Selbstbestimmung und Freiheit

In einem liberalen Staat ist die Einschränkung der individuellen Freiheit nur zulässig, wenn sie zugunsten eines konkurrierenden Rechts oder eines plausibel begründbaren Ziels erfolgt und der Eingriff im konkreten Fall geeignet, notwendig und dem Träger des Berechtigten Rechts zumutbar ist. Das Individuum soll im Rahmen einer gesetzlichen Ordnung Entscheidungen treffen dürfen, die auf ihn bezogen sind und sein eigenes Leben betreffen. Dieses Konzept nimmt zu Gunsten des Individuums an, dass es grundsätzlich fähig ist, sein Leben nach eigenen Idealen, Präferenzen und Wünschen zu gestalten. Menschen sollen Rechte haben, weil sie grundsätzlich autonom und selbstbestimmt sind; sie haben Rechte, um Hindernisse und Interferenzen durch Dritte abwehren zu können.

Was geschieht nun aber, wenn – was zunehmend der Fall ist – dieser Ansatz kritisiert wird mit dem Einwand, der Mensch sei in Wahrheit grundsätzlich gar nicht frei, autonom und fähig, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten? Wenn man im Konzept der individuellen Selbstbestimmung ein elitäres Menschenbild erblickt oder eine blosse Leerformel? Wenn beispielsweise gesagt wird, dass es freiwillige Entscheidungen gar nicht geben könne, dass Entscheidungen der Individuen nur scheinbar selbstbestimmt seien, weil sie immer unter diskursiv und normativ vorgeprägten Rahmenbedingungen stattfinden würden, ja dass es ein „Selbst“ des Individuums, das bestrebt sei, die Verfügungsgewalt über sich selbst zu haben, und das durch Fremdbestimmung eingeengt werde, gar nicht gebe?

Dann ist das nur vordergründig menschlich und fürsorgerisch. In Wahrheit entzieht man so individuellen Rechten ganz einfach den Boden. Man bahnt dann – oft durchaus unabsichtlich – den Weg zu autoritären oder totalitären Strukturen, in denen die Menschen auch bereit sind, die „Last der Freiheit“, das mühsame Privileg selbst zu entscheiden, für Ruhe, Bequemlichkeit und relative Unbekümmertheit einzutauschen.


Am 01. April 2019 veranstaltet Philosophie.ch einen offenen Diskussionsabend.

Hilf mit die Diskussionsabende von Philosophie.ch im Café Kairo relevant zu halten!

Philosophie soll und muss in der Aktualität statt finden und immer wieder anknüpfen an Fragen, Hypothesen und mögliche Antworten, welche deinen Zeitgenossinnen und unseren Mitmenschen unter den Fingernägeln brennen.

Im Unterschied zu den sonst stattfindenden thematisch festgelegten Veranstaltungen bietet dieser Abend die Gelegenheit, die persönlichen aktuellen Fragestellungen in die Runde zu werfen. Jede und jeder soll die Gelegenheit bekommen, sich frei zu äussern, eigene Gedankengänge zu präsentieren und sich durch Ideen anderer bereichern zu lassen.

So schaffen wir gemeinsam die Grundlage um in zukünftigen Events solche Themen mit der gebührenden Tiefe aufgreifen zu können und Experten entsprechend auszuwählen.


Weitere inhaltliche Informationen zu den Veranstaltungen folgen demnächst.