Ein Blogbeitrag von Dr. Swantje Martach

Die Tücken Hegend: Des Handschuhs Neuerwachen // A Treasuring of Treacheries: The Glove’s New Dawn

2020 formierte sich von Berlin aus ein globales interdisziplinäres Kunstprojekt, New Dawn, welches Zukunftsszenarien des Handschuhs auf aufsehenerregend aktuelle und holistische Weise spekuliert.

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*** for English version see below ***

 

Anfang diesen Jahres initiierte der in Berlin lebende, und in der sowie über die Fotografie hinaus arbeitende Tobias Faisst das interdisziplinäre Kunstprojekt New Dawn. Eine spekulative Ästhetik vor Augen, welche auf nichts anderem als dem Handschuh fußen sollte, verknüpfte er nahezu 60 Kreative diversester Bereiche (inter alia Fashion, Schmuck, Choreographie, Fotografie, Theorie, Philosophie, Grafik, Logo, Video, Animation). Das Team designed, modelt und modelliert, tanzt, filmt, verbildlicht und fotografiert, labelled, textet und postet, und spekuliert dabei über blühende Zukünfte des Handschuhs als “tool to touch“ (möglicherweise zu übersetzen als “Berührungswerkzeug“, “Kontaktinstrument“, oder gar “Mittel zur Empfindung“?). Stand heute resultierte New Dawn bereits in einer virtuellen Ausstellung (wie passend in diesen viralen Zeiten), zum Umherstreifen in und Staunen über auf www.newdawn.digital. Weitere Aktivitäten sind in Planung.

Der folgende Text wird wohl lediglich der erste einer Serie sein die seine Autorin, erst kürzlich in das theoretisch-philosophische Team von New Dawn aufgenommen, zu realisieren plant. Als solcher macht er den Anfang mit einer Diskussion des Handschuhs als eben jenem Ding, welches auch dem Projekt selbst zugrunde liegt. Hierbei wird sich zum einen erhofft der Motivation zu diesem Projekt nachspüren zu können. Zum anderen ist dieser Text aber auch getrieben von dem Versuch die Kapazitäten und Handlungsfähigkeiten des Handschuhs als so oft übersehener Alltagsgegenstand, welchem New Dawn endlich seinen wohlverdienten Tribut zollt, auf philosophische Weise darzulegen.

 

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erste Abbildung: “jewelry glove“, designed von Johanna Gauder, fotografiert von Tobias Faisst, Postproduktion Studio Wolfram, CGI: Kiwi Bravo und Edu Torres.  

 

Im Alltäglichen begegnen wir dem Handschuh entweder in der kalten Jahreszeit in Kombination mit Hut und Schal; oder wir verwenden ihn als Schutzvorrichtung zur Vollbringung spezieller Aktivitäten. Neben Gartenhandschuhen, Putzhandschuhen, und Einmalhandschuhen (die erst kürzlich, gemeinsam mit uns bisher weitestgehend wohl nur vom Zahnarztbesuch bekannten Gesichtsmasken, gewaltsam in unsere Lebenswelt eingedrungen sind), existieren auch bspw. Motorradhandschuhe und Fahrradhandschuhe (letztere bedecken lediglich die Handinnenfläche und die untere Hälfte eines jeden Fingers). Rennfahrer/innen, Torwarte, und Reiter/innen eint die Motivation fürs Handschuhtragen: eine Steigerung in Halt und Griff. Und hitzebeständige Handschuhe finden Benutzung in vielerlei Handwerk, etwa beim Schmieden oder Schweißen. 

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass der Handschuh normalerweise ein Kleidungsstück ist, welches an einen ganz bestimmten und von außen festgelegten Zweck gebunden ist. Als ein solches bleibt der Handschuh nicht nur ein partieller Wegbegleiter für uns, sondern hält auch mehr als viele andere Kleider am Aspekt des Schutzes fest, welcher heute von Fashion-Theoretikern meist zugunsten des Schmucks als primärer Grund des Warums des Kleidens verneint wird (siehe etwa Flügel 1986, 209; oder Davies 2020). 

Allerdings beschränkt sich der vorliegende Text bisher auf die heutige Verwendung von Handschuhen. Ganz gegenteilig war der Handschuh in seiner Vergangenheit unumgänglicher Bestandteil der Garderobe eines jeden. Der Handschuh selbst fungierte als Schmuckstück. Er lässt geschmeidig werden und zerbrechlich erscheinen, und veredelt somit jegliche ausgeführte Geste. Darüber hinaus diente er ebenfalls als eine Art Bildfläche, die den sonstig getragenen Schmuck (Ringe, Armbänder, Fächer, oder gar Operngläser) zum Scheinen bringt, ja ihn in seinem Scheinen verschärft. 

Aber auch damals war der Handschuh weit mehr als nur Schmuck. Denn viel bedeutsamer war er wohl in seiner Rolle der steten Bedeckung der Handinnenfläche, welche auch heute noch als Zugang zum eigenen Schicksal verstanden wird. In ihr werden zurückliegende und bevorstehende Lebenswege zugänglich, gar direkt ablesbar. Nicht nur die Handfläche, sondern auch die Hand als solche wurde und wird daher mit (sozialer) Identität und somit Intimität gleichgesetzt. Nicht zuletzt ist der Fingerabdruck heute längst institutionalisiert als eine Weise um Menschen voneinander zu unterscheiden und einzelne Personen ausfindig zu machen. In diesem Sinne ist der Handschuh also ebenso bewahrend wie verbergend (Persönliches, aber auch Unperfektes). Der Handschuh hat die Fähigkeit ein Vermögen zu verleihen, nämlich das Vermögen unter einem Raster hindurchzugleiten, ja sich der Kenntnisnahme von Betrachtern und Bewertern zu entziehen. Kurzum, der Handschuh erweckt den illusorischen Anschein von Gleichheit. Insbesondere diese seiner Fähigkeiten kultivierte man in der Vergangenheit, nämlich eben indem man ihn zum Symbol für Stand und Anstand zähmte. 

Genau hier setzt das New Dawn Projekt an. New Dawn zieht sich weder (defensiv, melancholisch) in die Vergangenheit des Handschuhs zurück, noch umgeht es jene schleichend. Vielmehr überholt es die zum Kanon mutierte Handschuh-eigene Geschichtlichkeit, indem es seine jetzig laufende Alltäglichkeit zum Fetisch erhebt. So gelingt es New Dawn den Handschuh in seinem instrumentellen Dasein gänzlich zu würdigen. Und so wird New Dawn zur Spekulation von zukünftigen Mensch/Handschuh-Geflechten befähigt. 

Es sei noch erwähnt, dass die Betitelung des Handschuhs als “Instrument” (also “tool“) nicht vorsieht weder den Handschuh noch Werkzeuge anderer Art zu verharmlosen und auf diese Weise wieder aus dem gerade ergatterten Fokus zu drängen. Ganz im Gegenteil möchte diese Bezeichnung als Anlehnung an Harman’s Überdenken (siehe Harman 2002) von Heidegger’s Konzept der “Zuhandenheit“ verstanden werden, welche der deutsche Phänomenologe allem voran dem Werkzeug zuschrieb (siehe Heidegger 2006, 69). Denn paradoxerweise ist es eben genau die Betrachtung des Handschuhs als “tool“, welche es ermöglicht den Blick von letzterem als unterlegene und minderwertige Existenz zu lösen, und ihn endlich und ehrlich auch in seinen bisher verborgenen aber zukunftsträchtigen Schattenseiten wahrzunehmen. Angeregt von der Scheinheiligkeit des Handschuhs spekuliert New Dawn daher diverse Szenarien seines Neuerwachsens, und begreift den Handschuh auf diese Weise in der Erhabenheit, die ihm immer schon zuteil war. 

Im Rahmen des Projekts kreierte zum Beispiel Johanna Gauder einen Handschuh (erste Abbildung), der aus Kabeln zu bestehen scheint, die an jeden Finger einzeln und vielfach durch mehrere Ringe, und an das Handgelenk durch ein überdimensional breites Armband befestigt sind. Die Schmuckdesignerin kann hiermit als auf Rechenzentren anspielend gelesen werden, wie sie massenweise in Norwegischen Höhlen existieren - dystopische Orte, von denen jedoch das Funktionieren unseres heutigen Alltags in hohem Maße abhängt. Das Gehemmt-Sein durch Schmuck in den eigenen Bewegungen (denn das breite Armband beschränkt die Richtung der ihm innewohnenden Hand auf ein lineares Geradeaus), unser kollektives Gebunden-Sein an die Technik, und das Bestimmt-Sein der (eigentlich) menschlichen Berührung durch den Handschuh: All das findet sich in Gauder’s Werk. 

Ihr Handschuh bewegt sich auf dem Spektrum zwischen Schmuck und Fessel (und manifestiert so inbegrifflich die “Kette“ in ihrer Zweideutigkeit?). In ihm fesselt der Schmuck, und die Fessel schmückt. Der pure Schein des verwendeten Goldes erscheint verschönernd, beschönigend (die Kabel, den Träger), und dann gar verhöhnend, denn Gauder stellt durch sie den Träger als unbestimmt fremdbestimmt dar. Jener tendiert zur Marionette, wäre da nicht die Handfläche, die (zumindest soweit ersichtlich) den Fortbestand des Menschlichen sichert.   

Ein letzter Punkt will noch geklärt sein. New Dawn legt nicht einfach das bisher im Verborgenen Gebliebene des Handschuhs offen, denn dies würde die Errungenschaften dieses Projekts auf ein schlichtes Feststellen eines immer schon dagewesenen Sachverhalts reduzieren. Ebenso wenig enthüllt New Dawn das vom Handschuh seit Jahrhunderten Verhüllte. Dies tut es nicht, denn auf beiden Wegen würde es dem Handschuh in seinem Handeln und Sein nicht gerecht werden. Stattdessen hat dieses Projekt auf spekulative Weise einen Zugang zum Wie des Verbergens gefunden, welches vom Handschuh ausgeübt wird. Und genau dieser Fund ist es, den New Dawn als seinen Schatz hegt, und der dem Projekt einen spielerischen Umgang mit dem Handschuh gestattet. Hierin kann der Handschuh weiter in seinem Morphen voranschreiten, dabei ungehemmt in seine Ungeheuerlichkeiten eintauchen, und jene austestend ausleben. 

Der im Rahmen dieses Projekts von Dean Giffin designte und animierte Handschuh (zweite Abbildung) spielt daher nicht so sehr mit Gegensätzen (etwa Fisch versus Fleisch) wenn er einerseits mit Schwimmhäuten versehen ist, welche wir wohl in Zeiten von Klimawandel ausgelöstem Eisbergschmelzen und Meeresspiegelsteigen bald gut gebrauchen werden können, andererseits aber auch aus einem Leder gefertigt ist, das so hautfarben und fleischig ist, dass es sich auf das Schweinische zuzubewegen scheint. Eher beschließt sein Werk einen Kreislauf der Selbst-Mutationen, welcher durch die Massentierhaltung hervorgerufen worden ist. 

Darin werden die Faktoren lederner Handschuh, fülliges Fleisch, und glitschiger Fisch gleichgesetzt. Alle drei sind Produkte des Ware-Werdens des Tieres, welches wiederum durch das unterdrückende Bereitmachen zum Gehandelt-Werden ausgelöst wurde. Jedoch, und das ist spannend, richtet exakt dieses Unterdrückt-Werden dem Tier die Macht ein zu mutieren, nämlich vom schlicht greifbaren Tier hin zum Tierischen, Animalischen, Gefürchteten, Monströsen. Dieses Andere, zu dem das Tier längst geworden ist, ist noch viel heimsuchender durch die Tatsache, dass der Mensch das tierische Fleisch (inklusive den überfischten Fisch) isst, schluckt und absorbiert, es also in sein Selbst aufnimmt, ebenso wie der Mensch die tierischen Handschuhe so nah an seinem Selbst trägt, direkt auf seiner Haut. Durch diese Praxis wird der Mensch selbst zu einem Produkt von, und gar zu einer Ware für sein eigenes Handeln, und wird somit selbst ein Anderer, ein Geflecht aus Fisch und Fleisch, mit fettigen Schwimmhäuten und in pappigem Schweinchenrosa. 

Dem Handschuh kommt hier die Rolle zu, die Grenzen zwischen Mensch und Tier verschwimmen zu lassen. Als ein fleischig/fischiges Werden ebnet er den Weg für eine Zukunft, in der das Tierische (lediglich und demütig das Menschliche inkludierend) seinen nächsten evolutionären Schritt schon vollführt hat, und durch eine Beschlagnahmung des Körpers dessen, was wir konventionell als “das Menschliche“ behandelt (und gehandelt) hatten, erneut befreit ist. Ein mutiger Blick hinab auf unsere Flossen werdenden Hände lässt uns erkennen, dass dieser Prozess heute schon im Gange ist.  

 

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zweite Abbildung: Handschuh (namenlos) designt und animiert von Dean Giffin 

 

Dies zeigt, dass ein Neuerwachen des Handschuhs auch unser Neuerwachen als behandschuhte Wesen bedeutet. Es impliziert die drängende Notwendigkeit deutlich mehr Existenzen in dieses “uns“ mitaufzunehmen, als dies bisher üblich war. Das “Mit-Sein“, einst von Heidegger als exklusiv zwischenmenschliche Angelegenheit definiert (siehe Heidegger 2006, 120ff.), kann so nicht mehr aufrecht erhalten werden. Dies ist der Fall, da heute zugänglicher und erfahrbarer als je zuvor wird, dass “in“ diesem Sein (ein weiteres Heideggerianisches Konzept, siehe ibid., 53) immer schon andere Seinsarten lebten, also ontologisch Teil von dem sind, was wir “uns“ nennen. Nur zwei dieser Existenzen sind hier beleuchtet: Kleider (Handschuhe) und Tiere. 

Um uns also unserer Existenz, die nur “unsere“ ist insofern sie nie gänzlich uns gehörte, erneut verstehend anzunähern, ist es vonnöten sich für die Andersartigkeiten zu öffnen, die wir nunmal sind, dh. sie in ihrem Morphen zu kartieren, und in ihrem Verworrensein zu respektieren. Eine Art dies zu tun ist (künstlerische) Spekulation, wie von New Dawn ausgeführt. Jene Verknüpfung von Künstlern befindet sich bereits inmitten einer spekulativen Philosophie, die spektakulär wird da gewagt, und beeindruckend holistisch ist da unverblümt und aufrichtig. Von dieser Natur ist New Dawn nicht nur das, was der Handschuh und damit auch wir Menschen, als eng verwobene historische Tendenzen,  dringend brauchen: ein Neuerwachen. Als kollektives Kunstwerk ist New Dawn auch eine Schatztruhe für die Philosophie, die noch und nur darauf wartet in ihren kompetenten und vielversprechenden Tücken gehegt zu werden. 

 


 

A Treasuring of Treacheries: The Glove’s New Dawn

 

This year, in 2020, Berlin-based artist working with/in photography and beyond Tobias Faisst initiated the interdisciplinary artistic project New Dawn, bringing together nearly 60 artists working in the most distinct fields (inter alia fashion, jewelry, choreography, photography, theory, philosophy, graphics, logo, video, animation) in order to construct a speculative aesthetics of nothing other than the glove. They are designing, modeling, dancing, filming, picturing, labelling, texting, and posting, and in so doing are speculating about bright futures of the glove as “tool to touch“. So far, New Dawn’s activities resulted in a virtual exhibition (quite appropriate for these viral times), to be wandered-around in and wondered-about on www.newdawn.digital. Yet more actions are in the pipeline. 

The present text might be just the first in a series its author, who recently joined the theoretical/philosophical team of New Dawn, aspires to realize. As such, it begins with a discussion of the object that lies at the beginning of the project itself, the glove, in order to reveal the project’s own foundations as well as the capacities and agencies of this everyday and hence so often overlooked thing it attends to.

 

 

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first picture: “jewelry glove“, designed by Johanna Gauder, shot by Tobias Faisst and acte™ , danced by Peer Liening

 

In the everyday, we come across gloves either in the colder season in combination to hats and scarves. Or we engage with gloves as protecting devices when realizing specific actions: There are gardening gloves, household gloves, and disposable gloves (that recently, together with facial masks usually known only from a visit at the dentist, intruded massively in our lifeworld). Besides, there are motorcycle gloves and cycling gloves (the latter cover only the palm and the lower half of each finger). Race drivers, goalkeepers, and horse(wo)men wear gloves for similar reasons, namely to get a better grip. And heat-resistant gloves are used by many craftsmen, such as blacksmiths and welders. 

This shows that, conventionally, gloves are clothes strictly bound to a need, which is determined either by the season or by the work (literally) “at hand“. As such, gloves do not only remain partial companions for us, but they might have adhered more than many other dress pieces to the aspect of protection, which these days is usually denied in fashion/dress theory in favor of the adornment as primary reason why we dress (see e.g. Flügel 1986, 209; Davies 2020). 

Yet this is only how the glove is engaged with today. In their past, gloves were an indispensable part of wardrobe collections. The glove in itself was a piece of jewelry, that softened, “fragiled“, and thus ennobled every gesture undertaken, as much as it acted as a canvas that made other pieces of jewelry (rings, bracelets, fans, and opera glasses) shine, stressed them in their shining. 

But the glove was not only an adornment. Probably even more importantly, it covered its wearer’s palm, which today still is seen as containing one’s destiny, making it accessible and ready-to-be-read. Not only the palm, but the hand is tantamount to one’s (social) identity and hence intimacy (in the present, the fingerprint has long been institutionalized as a way of identifying people). Gloves thus are protecting as much as they are concealing (personalities as well as imperfections). They have the agency to create an agency, namely the one of slipping underneath a grid, of escaping from the gazes of onlookers and judges. In short, gloves are illusively equalizing. This agency was cultivated in the glove’s past, precisely by taming it to a tool of nobility and decency. 

It is at this point that the New Dawn project sets in. New Dawn neither retreats into nor circumvents the past of the glove. But it rather re-reads the glove’s past by fetishizing its present everyday. Thereby it achieves to truly appreciate the glove in its “tool-being“, and eventually is capable to speculate futures of glove/human entanglements. 

Yet denoting the glove as a tool is not intended to be understood as a minimization and thus marginalization of tools (including gloves). On the contrary, it shall be understood as a reference to Harman’s re-reading (see Harman 2002) of Heidegger’s concept of Zuhandensein, which the latter attributed primarily to tools (see Heidegger 2006, 69). Thinking the glove as a tool hence allows to liberate it from its present perceived-as-inferior existence by finally and honestly attending to its dark sides. So to speak, New Dawn speculates a “glove dawn“ via its downsides, whereby this project comes to understand the glove-as-tool(-to-touch) in the grandeur that it always already had. 

When, for instance, jewelry designer Johanna Gauder creates a glove (first picture) that appears to be made out of cables, fixated to each finger individually by several rings and to the wrist via an immensely broad bracelet, she can be seen as hinting to computers, such as stored on a massive scale in Norwegian caves. These are dystopian places, yet on which the functioning of our present everyday is based to a large extent. The inhibiting agency of jewelry (as the broad bracelet denies the hand any other direction than a linear “straight on''), our collective being-bound to technology, and the glove’s determination of how we touch: it is all there in Gauder’s work. 

Her glove is somewhere in-between chain and jewelry. Herein, the jewelry acts as a chain, and the chain becomes jewelry. The shining purity of the gold she used seems embellishing, beautifying (the cables, the wearer), and then again nearly derisive, as she therewith depicts the wearer as obscurely other-directed, almost a marionette, with only the palm remaining a continuation of the human (as far as we can see, ?!).   

Yet let me clarify one last point. New Dawn not so very much “reveals“ the glove’s dark sides, as this would mean a mere detection of what has always been there. Neither does it merely “disclose“, viz. it does not plainly push into the (spot)light what the glove, for centuries, carefully concealed. Because in so doing, it would not do justice to the glove in its acting and being. Instead, in a speculative manner, this project found an access to the how of the concealing that the glove is exercising (as a “gloving“). And this finding is what New Dawn now holds as a treasure to play with, whereby it can allow the glove to morph into, indulge in, and live out its monstrosity. 

When Dean Giffin’s glove (second picture) contains fishy webs, which we might need soon in times of climate-change-evoked melting icebergs and rising sea levels, but at the same time is made out of a deeply skin-colored and hence fleshy leather that tends towards the piggish, it not so much plays with a dualism (the fishy versus the fleshy); but it rather seems to round off a circle of self-othering initiated by factory farming. 

Therein, leathered glove, fleshy meat, and slippery fish are put on a par. All three are products of the animal’s becoming-good, ready to be traded, an oppression of the latter. Yet crucially, in this being-suppressed, the animal gained the power to morph into something else, the feared, the monstrous, which becomes all the more haunting as the human eats, swallows, and thus absorbs this animal-meat (including the overfished fish) into herself, and wears these animal-gloves so close to her self, directly on her skin. Precisely in so doing, the human becomes a product of, even a good for her own practices, and as such becomes another, a queering of fish and meat, so pure with its greasy fins and sticky pinkishness. 

It thus is the glove that makes the borders blur between human and animal. As a fleshy/fishing becoming itself, the glove paves the way for a future in which the animal (merely and humbly including us) has taken its next evolutionary step and now is freed again by having seized the body of what we conventionally treated (and traded) as “the human“. Bravely looking onto our hands-becoming-fins, we can already observe this process today in the making

 

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second picture: glove designed and animated by Dean Giffin

 

This shows that a new dawn of the glove also implies a new dawn for us, as gloved beings. It means the necessity to include many more existences into this “us“ than we hitherto did. The “being-with“, cannot be upheld as an exclusively human affair, like Heidegger once conceptualized it (see Heidegger 2006, 120ff., ). This is the case because today, it becomes more accessible than ever that “in“ this being (another Heideggerian concept, see ibid., 53), there always already lived, hence there ontologically exist other beings, of which only two are clothes (gloves) and animals. 

In order to understand our own existence, which is just our “own“ in so far as it never completely was our possession, we need to open up to these “othernesses“ that we are, map them in their morphing, and respect them in their tangling. A way to do so is (artistic) speculation, as exemplified in New Dawn. This gathering of artists is already engaged in a speculative philosophy that is spectacular because so brave, and impressively holistic because direct and frank in consequence. By this nature, New Dawn, and a new dawn, is not only what the glove and therewith also we humans, as interwoven historical tendencies, long needed. But as a collective piece of art, New Dawn also becomes a treasure box for philosophical inquiry, that remains yet to be harbored in its competent and promising treacheries.