Ankündigung / Einführung

Das Mysterium des Bewusstseins - The Mystery of Consciousness

Verkehrshaus der Schweiz, Luzern, 18. Januar 2020: 13. Schweizer Biennale zu Wissenschaft, Technik + Ästhetik zum Thema Das Mysterium des Bewusstseins – The Mystery of Consciousness

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Namhafte Wissenschaftler wie Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Emeritus Niels Birbaumer, Neurobiologie und Psychologie, Dr. Travis J. A. Craddock, Biophysik und Bewusstseinsforschung, Prof. Dr. William Edelglass, Indische und Tibetische Buddhistische Philosophie, Umweltphilosophie und Umweltethik,  Prof. Dr. Owen Flanagan, Philosophie und Neurowissenschaften, Prof. Dr. Emeritus Christoph von der Malsburg, Physik und Neurobiologie, Dr. Rupert Sheldrake, Biologie, Dr. Rosalind Watts, Klinische Psychologie und Halluzinogenforschung, sowie die Chairpersonen Prof. Dr. Catrin Misselhorn, Wissenschaftsphilosophie und Philosophie des Geistes, Dr. Jeanne Rubner, Journalistin und Autorin, Dr. Magaly Tornay, Geschichte Psychoaktiver Substanzen, Prof. Dr. Natsue Yoshimura, Hirn Signal-Dekodierungsforschung, treten am 18. Januar 2020 anlässlich der 13. Schweizer Biennale zu Wissenschaft, Technik + Ästhetik im Verkehrshaus der Schweiz auf.

Rund 100 Millionen Euro jährlich investieren Firmen wie Elon Musks Start-up Neuralink in Techniken, die Hirnaktivität aufschlüsseln und verarbeiten sollen. Auch das US-Militär interessiert sich für “Brain-Computer-Interfaces”. Diese ermöglichen bereits heute gelähmten Menschen nur mithilfe ihrer Gedanken zu kommunizieren. Ergänzt um die Fortschritte der Künstlichen Intelligenz (KI), dürften solche Systeme künftig einen Boom erleben.

Neue technologische Errungenschaften prallen mit unseren langgehegten Vorstellungen der Natur und der Vorrangstellung unseres Geistes zusammen, und zwingen uns, neue Fragen über unser Bewusstsein und die Realität zu stellen. Einige Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass wir längst verstehen, was Bewusstsein ist – oder dass es bloss eine Illusion ist. Andererseits glauben viele andere, dass wir nicht verstanden haben, wo der Ursprung des Bewusstseins genau liegt, und wie subjektive Erlebnisgehalte – Qualia – zustandekommen.

In der berühmten Abhandlung aus dem Jahr 1974 Wie ist es, eine Fledermaus zu sein? argumentiert der US-amerikanische Philosoph Thomas Nagel, dass wenn wir anerkennen, dass eine physikalische Theorie des Geistes den subjektiven Charakter der Erfahrung erklären muss, wir zugeben müssen, dass uns “keine der gegenwärtig verfügbaren Konzeptionen einen Hinweis gibt, wie dies geschehen könnte”.* Unser Bewusstsein – insbesondere dessen subjektive Seite – erscheint uns in der Tat als ein äusserst komplexes Phänomen. Bestimmte Aspekte des Bewusstseins kann die Wissenschaft offenbar nicht direkt mit den heute beobachtbaren Zuständen des Gehirns in Beziehung setzen.

Doch liegen wir daneben, wenn wir sagen, dass das Bewusstsein ein Mysterium ist? Ist das Bewusstsein ein Mysterium, weil es rätselhaft ist, wie Bewusstsein in einfacher Weise eine Angelegenheit von physikalischen Vorgängen im Gehirn sein kann? Ist Bewusstsein vielleicht das Vertrauteste, das existiert – jedoch begrifflich schwer fassbar?

Die 13. Schweizer Biennale zu Wissenschaft, Technik und Ästhetik öffnet Wege zu einem neuen Verständnis des Bewusstseins. Neue Erkenntnisse über veränderte Bewusstseinszustände, Anästhesie, Träumen, Meditation, Spiritualität, KI, Hirnverletzungen und Bewusstseinsstörungen wie Koma sowie unser “Selbst” werfen Fragen zu unserem Bild, das wir von uns selber und unserem Bewusstsein haben, auf. Theoretische Fragen und philosophische Rätsel werden in Luzern in Keynotes und Sessions sowie einer Podiumsdiskussion mit namhaften Referentinnen und Referenten aus der ganzen Welt debattiert.

* Nagel, T. (1974). What is it like to be a bat? In: The Philosophical Review, Vol. 83(4), pp. 435-450.