Hilft das Reisen noch?

Dr. Martin Götz über das Reisen.
Café Kairo, Dammweg 43, 3013 Bern
20:00 - 21:30

Hilft das Reisen noch?

Valentin Groebner, Professor für Geschichte mit Schwerpunkt Mittelalter und Renaissance an der Universität Luzern und Autor populärer Bücher, hat soeben ein neues veröffentlicht mit dem Titel: „Ferienmüde. Als das Reisen nicht mehr geholfen hat.“ Eine Interviewanfrage des Bayerischen Rundfunks aus gegebenem Anlass wurde zunächst vertröstet, Groebner sei gerade im Urlaub … Aber, so vielleicht die Lektion der Anekdote, haben wir heute nicht in der Tat zumindest ein zutiefst zwiespältiges Verhältnis zum Verreisen aus vermeintlichem Vergnügen? Und selbst das Reisen aus der Sachzwängerei beruflicher Gründe hat das Virus, wenigstens vorübergehend, in den virtuellen Raum des bebilderten Telefonierens verdrängt, in den solche ‚Kommunikation‘ nach Stand der Technik doch eigentlich längst hineingehören müsste. Bleibt vielleicht noch wie zu alten Pilgerzeiten ein Reisen aus Berufung? Oder letztlich gar keines?

Wir wollen dem Sinn des Weggehens nachgehen und versuchen, die Motive und Zwecke, Ziele und Muster, die dabei im Spiel sind, zu sortieren; in Zeiten von Globalisierung, Virtualisierung, „overtourism“ und der Entdeckerlust an daseinsprägenden Mikroabenteuern in der Ostwand des Wohnzimmers.


Martin Götz wurde 2005 in Basel mit einer philosophisch-germanistischen Dissertation zur Sprachphilosophie Friedrich Hölderlins promoviert. Seither hat er vor allem in der Bundesverwaltung gearbeitet, nebenbei lehrt er seit einigen Jahren Philosophie an den Volkshochschulen in Zürich und Basel.