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krino. Philosophische Gesellschaft Bern

12.04.2007

Dr. Barbara Schmitz (Basel)
Gesundheit, menschliche Natur und Gerechtigkeit 

Donnerstag 18.15 Uhr
Referat ca. 1 Std., anschliessend Diskussion
Lehrgebäude Unitobler, Raum F-121, Lerchenweg 36, Bern


Wie sieht eine gerechte Gesundheitsversorgung aus? Angesichts der wachsenden technologischen Möglichkeiten und der knappen Ressourcen wird die Frage nach einer Rationierung von Leistungen auch in der Schweiz immer dringlicher. Zwei Theorien werden in diesem Kontext besonders oft als Lösungsvorschläge dargeboten: Kosten-Effektivitätsanalysen, die die Effizienz von Leistungen beurteilen, einerseits und öffentliche Entscheidungsprozesse in Form von empirischen Untersuchungen oder deliberativen Prozessen andererseits. In meinem Vortrag möchte ich aufzeigen, dass beide Ansätze unzureichend sind, da wir vorab klären müssen, welche Prinzipien für Gesundheit überhaupt gerecht sein können. Mein Ansatzpunkt wird es sein, Gesundheit als ein objektives menschliches Bedürfnis, dessen Nichtbefriedigung zu schwerem Schaden führt, zu verstehen. Aus diesem Verständnis von Gesundheit können verschiedene Forderungen der Gerechtigkeit und insbesondere zwei Bedürfnis-Prioritätsprinzipien abgeleitet werden, welche einer einseitigen Orientierung an der Effizienz entgegenstehen und die Rolle öffentlicher Entscheidungsprozesse einschränken.