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Religiosität ist unabhängig von einem Gott: Dies war das Fazit der ersten Einstein-Vorlesung des renommierten Philosophen Ronald Dworkin. Im 16. und 17. Jahrhundert gab es die Glaubenskriege, heute herrscht vor allem der Krieg des Säkularen gegen das Religiöse – mit zunehmender Bedeutung für die Politik in den USA, wie der amerikanische Philosoph Ronald Dworkin in seiner ersten Einstein-Vorlesung betonte. Einerseits könne heute wohl kaum ein bekennender Atheist in den Vereinigten Staaten in eine machtvolle Position gewählt werden, andererseits seien Bücher, die Religion als böse und schädliche Macht anprangern, internationale Bestseller. Solche Bücher aber liessen Millionen von Menschen «draussen in der Kälte sitzen», sagte Dworkin. Diese Menschen würden sich selber als religiös bezeichnen, ohne an einen Gott zu glauben, wohl aber an «etwas Höheres» – so wie Albert Einstein in seinem berühmten Glaubensbekenntnis von 1932: «Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen sei, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität. In diesem Sinne bin ich religiös». Obwohl Atheist, wollte Einstein auf den Begriff «religiös» nicht verzichten – dieser habe sein Gefühl am besten beschrieben. Auch andere Wissenschaftler hätten diese Überzeugung Einsteins geteilt und sich dagegen gewehrt, sie auf reinen Theismus zu beschränken.

 

  


               


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